Well, you know…

Well, you know…

Scrambled eggs with Canadian Ham for breakfast. Mehr muss ich nicht sagen. Hier ist es schön, hier bleibe ich. Zur Zeit lebe ich für drei Tage bei einer Host-Family in San Diegos North County. Der Stadtteil heißt Enicinitas und entspricht wohl allen Stereotypen, die man von amerikanischen Suburbs haben kann. Um einen Wendehammer, der in der Mitte von einem Basketballkorb geschmückt wird, gruppieren sich schöne Eigenheime, die wir alle aus Desperate Housewifes kennen. In “meinem” Haus lebt eine fünfköpfige Familie und die Hündin Sandy. Mein immer noch anhaltender Jetlag komt mir hier doch sehr zu pass, denn die Jungs müssen um 7.20 zur Schule und so ist es ein Abwasch, mich zur UCSD zu bringen. Das Familienleben entspricht tatsächlich allen Vorstellungen, zumindest wenn man dem amerikanischen Bildungs-TV und den Klischees Glauben schenkt. “I love you boys” “luv you mom”. “You know, in eastern Germany the people have not had as much freedom as we have.” Wahrscheinlich hat sie Recht. Dass die Seine in Ungarn liegt stimmt dagegen nicht. Der Vater merkt dafür aber sehr selbstkritisch an, dass er sich bei jedem Aufenthalt in Europa, seines begrenzten Blickwinkels Gewahr wird. Diesen Eindruck habe ich ehrlich gesagt nicht, ganz im Gegenteil, jedes Mitglied der Familie ist sehr interessiert an Europa, Deutschland und an meinen Storys. Auch Sandy, das macht mir etwas zu schaffen… Schön dabei ist jedoch, dass der mittlere Sohn “Soccer” spielt. Wenigstens ein bisschen Heimat im fernen San Diego. Wehmütig schaue ich hier nämlich alle fünf Minuten auf den Live-Ticker des “Kicker” und wünsche mir ein bisschen Champions-Legue-Flair in die Geisel Library. Ich werde in diesen Tagen mit Eindrücken überschüttet und merke, dass mein Englisch, besonders wenn es spät wird, an seine Grenzen stößt. Abends stolpere ich durch die Sätze und habe das Gefühl, dass die Komplimente über mein “awesome english” zurückgezogen werden müssten. Trotzdem ist die Zeit hier in der Familie sehr schön und vor allem lehrreich. Es macht zwar nicht wirklich Spaß hier zu leben, schließlich sind wir uns alle fremd, aber es ist fordernd und auf jeden Fall eine tolle Erfarung. In fast jedem Gespräch merkt man die Unterschiede ind Kultur, Politik und Mentalität. So musste ich gestern, blöderweise am Abend, ein bisschen über die deutsche Prteienlandschaft referieren. “Well that’s interesting.” Auch die Geschichte der deutschen Teilung interessiert jedes Familienmitglied, ich habe hier das Gefühl, dass der Kalte Krieg viel tiefere Gräben als in Deutschland hinterlassen hat. Ich merke außerdem wie steif man sich als Miteleuropäer in der amerikanischen Gesellschaft bewegt. Ich werde in den nächsten Tagen jedoch Bilder sprechen lassen, denn es fällt mir schwer das in Worte zu fassen.

Bis die Tage…
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San Diego die 1.

„Excuse me, but is the food usually frozen here?“ Mit einem triumphalen Grinsen auf dem Gesicht möchte ich mir einen neuen Snack aus dem Kühlschrank nehmen – „Yes it actually is usual, we have a micro-wave over there…“ „Aha, well thank you, it’s my first day here…“. „Ah man, that’s cool.“ Das ist die Standardkonversation am ersten Tag in „Americas finest city“. Bis ich mich tatsächlich zu einer Beschwerde durchringen konnte, habe ich den halben Burrito gefroren hinunter geschlungen. Ein ungläubiges Schmunzeln wird mich von nun an durch den Tag begleiten. Diese Episode lässt Anderes vermuten, doch ich habe mit erstaunlich wenig sprachlichen und kulturellen Barrieren zu kämpfen. O.K., ich habe den einen Burschen, Typus Quarterback, der mich abends auf „Weed“ angesprochen hat, erstmal gefragt ob er something to eat sucht… Das sind die kleinen Animositäten, über die ich mich hier wirklich freue. Was mich dabei tatsächlich umhaut, ist die Tatsache, dass ich schon jetzt, nach drei Tagen in den USA, in einem Mix aus Englisch und Deutsch denke. Zwar überwiegt das Deutsche dabei noch zu 90 Prozent, wie ihr an den obigen Ausführungen erkennen könnt, die 10 englischen Prozente okkupieren jedoch große Teile der Grammatik. Ich habe also leichte Schwieriegkeiten mit dem Satzbau und muss tatsächlich nachdenken was ich hier schreibe.

Ich habe für die ersten drei Nächte in einem Hostel im „Gaslamp Quarter“, in Oldtown San Diego, eingecheckt.
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Heute ist mein zweiter Morgen hier und er hat um sechs Uhr begonnen. Bislang dachte ich, dass ich dem Jetlag entrinnen könnte, aber weit gefehlt. Macht nichts, denn nun, um neun, habe ich fast alle meine Aufgaben für diesen Tag erledigt und werde nach einer kurzen Stippvisite in Downtown, an den Strand fahren. A propos Strand: Der ist hier ungefähr 150 m breit, besteht aus feinkörnigem Sand und wird von einem Ensemble nicht zu protziger Villen gesäumt. Es bevölkern ihn fast mehr Surfbretter als Menschen und wirklich jeder sieht aus wie ein Beach Boy. Auch noch mit 60. Der Strand vor La Jolla, dem Stadteil San Diegos in dem der Campus der UCSD liegt, wird durch einen Pier des „Scripps Institute of Oceanography“ zweigeteilt. Im Norden liegt hinter eindrucksvollen Steilklippen, die UCSD und La Jolla Downtown. Der Süden ist touristischer. Durch die Meeresbrise in La Jolla merkt man blöderweise nicht wie die Sonne hier knallt. Nachdem ich gestern am Campus fast alle administrativen Dinge erledigt habe, musste ich bei einem Blick in den Spiegel wirklich stutzen. Hollywood – ist der rote Typ da ein Actionheld? Im Anschluss habe ich mich dann entschlossen Sonnencreme für 7,50 $ zu kaufen. Kann ja sein, das das teuer ist, aber, liebe Deutsche, beschwert Euch bitte nie wieder über die Butterpreise. Butter kostet im Ralphs (Jeffrey Lebowski grüßt an dieser Stelle herzlichst) in San Diego 3,50 $ pro Stück. Umgerechnet 2,75 €! Egal, musste sein, Pancake-Breakfast mit der unglaublichen Wahl zwischen Ahornsirup, Ahornsirup, Ahornsirup, Erdnussbutter, Ahornsirup, Erdbeermarmelade und Ahornsirup ist nicht so meins. Das was ich bislang von San Diego gesehen habe entspricht so ziemlich jedem positiven Klischee einer US-Amerikanischen Metropole. Riesige Straßen, mit riesigen Autos werden von einem Mix aus Wolkenkratzern und Häusern im spanischen Villenstil eingerahmt. Die Straßen außerhalb von Downtown San Diego teilen die Bezirke akkurat in Vierecke. So weiß man wenigstens wo das Wort Quartier seinen Urpsrung nimmt. Die Häuser die in eben diesen Quartieren stehen, passen sich den Begrenzugen des Asphalts an. Wirklich jedes von ihnen steht steht in Reih und Glied, die Stadt wirkt dadurch fast wie eine Ansammlung von den immer gleichen Legosteinen. Nur in La Jolla wird die Dikatatur der rechten Winkel von einigen kurvenreichen Straßen durchbrochen. Die Vegetation unterscheidet sich natürlich von der mitteleuropäischen. Es gibt viele Palmen, dickblättrige Bäume und robustes, dickes Gras das, akkurat getrimmt, die Seitenstreifen verziert. Ergriffen von der Pracht La Jollas, konnte ich hier gestern bunten Kolibris bei einer Nektar-Mahlzeit zusehen. Auf dem Campus stehen riesige Eukalyptus-Bäume und es duftet, ich kann nicht sagen wonach, aber es duftet. Ich schätze, dass es sich hier wirklich leben lässt.

Ich will es fürs erste bei diesen Eindrücken bewenden lassen. Auf den angehängten Fotos könnt Ihr versuchen Euch ein eigenes Bild von San Diego zu machen. Behaltet mich in Euren Herzen, denkt aber sorgt Euch nicht um mich. Es ist toll hier.

I hope to hear from you.

Cheers, David.